Gruppenfoto (v. li.): Wienke Reynolds, Harriet von Waldenfels, Prof. Dr. Rüdiger Grube, Franziska Wedemann, Arnold Mergell, Prof. Norbert Aust, Dr. Malte Heyne, Christian Carstensen, Prof. Dr. Irina Smirnova, Sebastian Ströbel und Heinz Strunk. Foto: Kati Jurischka/HK Hamburg
Gruppenfoto (v. li.): Wienke Reynolds, Harriet von Waldenfels, Prof. Dr. Rüdiger Grube, Franziska Wedemann, Arnold Mergell, Prof. Norbert Aust, Dr. Malte Heyne, Christian Carstensen, Prof. Dr. Irina Smirnova, Sebastian Ströbel und Heinz Strunk. Foto: Kati Jurischka/HK Hamburg
Featured

„Handelskammer on tour“: In Harburg spielt die Wirtschaftsmusik der Zukunft

 Von Jan Freitag

Harburg - Auf ihrer zweiten Station nach Altona machte die Veranstaltungsreihe „Handelskammer on tour“ Mittwochabend Halt im siebten Bezirk südlich der Elbe. Fazit aller Beteiligten: In Harburg spielt die Wirtschaftsmusik der Zukunft.

Unter anderem diskutierten bei „Handelskammer on tour“ in Harburg Ex-Bahnchef Prof. Dr. Rüdiger Grube, Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne und Handelskammer-Präses Prof. Norbert Aust. Harriet von Waldenfels übernahm die Moderation.

Nach dem Auftakt in Altona im Juli vergangenen Jahres machte die Handelskammer auf ihrer Rundreise durch Hamburgs Wirtschaftsräume nun im Speicher am Kaufhauskanal Halt. Und dort wurde unter dem 199 Jahre alten Gebälk deutlich: Harburg muss sich hinter den ersten sechs Bezirken keinesfalls verstecken.

Das weiß auch Dr. Malte Heyne. „Hamburg ist Deutschlands größter Industriestandort“, so der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer beim Abschlusspanel. „Und Harburg ist ein wichtiger Faktor.“ Warum genau, wurde gestern Nachmittag deutlich. Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, Gewerbe und Bildung, Kultur und Gesellschaft folgten „Handelskammer on tour“ zwischen Betonbrutalismus und windschiefem Fachwerk, um über das Zukunftstrio „Innovation, Standortentwicklung, Resilienz“ zu diskutieren.

Ganz nach dem Motto ihrer Standortinitiative „Hamburg 2040: Wie wollen wir künftig leben – und wovon?“, nimmt die Handelskammer gerade den Nachwuchs ins Visier. Gründende wie beispielsweise Wienke Reynolds (Lignopure) und Jan Henri Kalinowski (ChefTreff).

Wenn Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur aufeinandertreffen und über die Zukunft eines ganzen Bezirkes sprechen, dann ist das mehr als ein Netzwerktreffen, sondern „Handelskammer on tour“. Unter diesem Motto machte die Rundreise nach dem Auftakt 2025 in Altona jetzt Halt in Harburg. Mit dabei unter anderem Ex-Bahnchef Prof. Dr. Rüdiger Grube, TU-Vize Prof. Dr. Irina Smirnova, Handelskammer-Vizepräses Kathrin Haug, Arnold Mergel, Geschäftsführer HOBUM Oleochemicals.

Ein gutes Beispiel dafür versammelte sich anschließend im alten Getreidesilo. Aus Ralf Grotes exzellenter, in Harburg ansässiger Technischen Universität Hamburg (TUHH) hervorgegangen, hat sich Tyll Uteschs Start-up COLIPI mit dem Gummihersteller Continental verbündet, um aus dessen CO2-Emissionen klimaneutrales Öl herzustellen.

„So sieht zukunftstaugliche Innovation aus“, lobte Werkleiter Dirk Stuhrmann das Verschmelzen dreier Welten in Harburg. Und dafür, das untermalte Prof. Norbert Aust am Abend mit einer Anekdote, dürfe auch die Weltstadt des Understatements gelegentlich groß denken.

Nach der Wahl zum Handelskammer-Präses vor sechs Jahren wollte Aust sich in Harburg vorstellen. Doch da die Distanzregeln der Corona-Pandemie volle Pkw seinerzeit verboten hatte, fuhr das dreiköpfige Team im roten Doppeldeckerbus zum siebten Bezirk. „Das war mir fast peinlich“, erinnerte sich der Präses lachend.

Aber es hinterließ Eindruck. Bei Franziska Wedemann etwa. Denn die Geschäftsführende Gesellschafterin der WIK Wedemann Immobilienkontor GmbH & Co KG und Vorsitzende des „Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden“ empfand den Bus-Auftritt als absolut angemessen.

„Wir bewahren hier ja nicht die Asche“, sagte sie gestern über Hamburgs jüngstes Stadtviertel. „Wir geben das Feuer weiter Und vor allem betrachten wir den Standort aus Sicht der Unternehmen.“

Nur so, darüber herrschte im Speicher am Kaufhauskanal bei Drinks und Snacks auch an den Infoständen von InnovationsKontaktStelle (IKS) über Gründungsberatung, HKBiS und Commerzbibliothek bis hin zum Innovations- und Patent-Centrum (IPC) Konsens, sei Harburg für 2040 gerüstet.

Bevor der „eingeborene“ Schriftsteller und Schauspieler Heinz Strunk den Abend abrundete, bat ein Zugezogener folglich um mehr Selbstbewusstsein. „Man muss Glück auch erkennen“, so TV-„Bergretter“ Sebastian Ströbel 20 Jahre nach seiner „Einwanderung“ aus Bayern. Deshalb sollte man es „in die Köpfe der Leute hier bekommen, wie geil unser Bezirk ist“. Egal, ob Nummer sieben oder Nummer zwei.

Handelskammer on Tour: Viele Gäste kamen in den Speicher am Kaufhauskanal. Foto: Kati Jurischka/HK Hamburg

Franziska Wedemann vom Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden im Gespräch mit Harriet von Waldenfels. Foto: Kati Jurischka/HK Hamburg