Harburg – Mit vielen selbst gestalteten Plakaten haben die Schüler der Schule Schwarzenbergstraße am heutigen Freitag auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Ihre Schule liegt nur wenige Meter vom Abgigado entfernt. Der Drogenhilfseinrichtung auf dem Schwarzenberg, in der es in den vergangenen Tagen - wie berichtet - mehrfach zu Schusswaffen-Vorfällen gekommen ist.
Sie wollen jetzt das sich ganz schnell etwas ändert, damit die 250 Kinder wieder ohne Angst in die Schule gehen können. Seit den letzten Vorfällen steht die Schule zwar unter Polizei-Schutz – aber das macht die Situation nicht viel besser – viele Kinder kommen derzeit überhaupt nicht mehr zum Unterricht. Deshalb lautet ihre Forderung: „Das Abrigado muss hier ganz schnell weg!“
„Seit Jahren befindet sich in unmittelbarer Nähe unserer Schule das Abrigado. Trotz zahlreicher Beschwerden, Gespräche und behördlicher Termine hat sich die Situation nicht nachhaltig verbessert. Bereits vor rund zwei Jahren fanden Gespräche mit Vertretern verschiedener Behörden, der Sozialbehörde, der Polizei sowie mit politischen Verantwortlichen statt“, sagt Jenny Schiller, Vorsitzende im Elternrat.
Sie betont: „Damals wurden der Schule und der Elternschaft Maßnahmen und Veränderungen zugesichert. Es wurde in Aussicht gestellt, dass eine Verlagerung oder Lösung zeitnah erfolgen würde. Inzwischen wurden verschiedene Zeitpunkte genannt – zuletzt Ende 2027. Für uns ist jedoch klar: Die aktuelle Situation lässt ein weiteres Abwarten nicht zu.“
In den vergangenen Monaten haben sich die Vorfälle rund um das Abrigado deutlich gehäuft. Polizeieinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Einsätze direkte Auswirkungen auf den Schulbetrieb und die Sicherheit unserer Kinder haben.
Jenny Schiller: „Bei einem kürzlich erfolgten Polizeieinsatz wurde unsere Schule vollständig abgeschirmt. Sämtliche Kinder mussten sich im Gebäude aufhalten und durften das Schulgelände nicht verlassen. Die Polizei sicherte die Schule, während im Umfeld des Abrigados nach einer Person gesucht wurde.“
Am Freitag kam es erneut zu einem schwerwiegenden Polizeieinsatz in unmittelbarer Nähe des Abrigados, nur etwa 30 Meter vom Schulgelände entfernt. Dabei wurden Schüsse abgegeben. In der Folge mussten erneut Sicherheitsmaßnahmen an der Schule getroffen werden. Wieder wurden Kinder in den Gebäuden gehalten und der Schulbetrieb durch eine akute Gefährdungslage beeinträchtigt. Dass sich solche Vorfälle in unmittelbarer Nähe einer Schule ereignen, ist aus Sicht der Elternschaft nicht länger hinnehmbar.
„Besonders alarmierend ist, dass es allein in der Kalenderwoche 24 zu insgesamt vier Polizeieinsätzen in unmittelbarer Nähe unserer Schule gekommen ist. Diese Häufung zeigt deutlich, dass es sich nicht um einzelne bedauerliche Vorfälle handelt, sondern um ein dauerhaftes und zunehmendes Sicherheitsproblem. Die Schüler haben ein Recht auf ein sicheres Lernumfeld. Dieses Recht sehen wir derzeit nicht ausreichend gewährleistet“, sagt Jenny Schiller.
Der Protest der Eltern und Lehrer geht am Dienstag, 30. Juni, weiter: Dann wollen sie in der Bürgerfragestunde der Bezirksversammlung um 17.30 Uhr dabei sein. Treffpunkt ist um 17 Uhr vor dem Harburger Rathaus.

