Harburg – Nach dem Feuerwehreinsatz am Sonnabend im ehemaligen Karstadt-Haus am Schloßmühlendamm rücken nun immer mehr Hinweise auf eine mutmaßlich illegale Nutzung der Räumlichkeiten in den Fokus der Ermittler. Wie die Polizei am Sonntag bestätigte, stehen insbesondere die im fünften Obergeschoss entdeckten Maschinen im Zentrum umfangreicher Untersuchungen.
Bei den sichergestellten Geräten handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Anlagen, wie sie typischerweise zum Einschmelzen und zur Verarbeitung von Edelmetallen wie Gold und Silber eingesetzt werden. Zwar waren die Maschinen beim Eintreffen der Einsatzkräfte nicht in Betrieb, dennoch prüfen die Behörden, ob hier unerlaubt ein Goldschmelzbetrieb betrieben wurde.
Unklare Genehmigungslage und baurechtliche Fragen
Brisant ist vor allem die Frage, ob die dort ansässige Firma überhaupt berechtigt war, die Räume zu nutzen. Das Gebäude gehört der Stadt Hamburg und soll in naher Zukunft für neue Gewerbeflächen – darunter ein Restaurant und ein Supermarkt – hergerichtet werden.
Auch baurechtliche Aspekte geraten zunehmend in den Blick: Ermittler prüfen, ob der verwendete Ofen ordnungsgemäß installiert und von einem Schornsteinfeger abgenommen wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten Verstöße gegen Brandschutz- und Bauvorschriften vorliegen.
Verdacht auf illegale Beschäftigung
Die beiden Männer, die am Sonnabend in den Räumen angetroffen wurden, sind inzwischen überprüft worden. Laut Polizei bestehen weiterhin Anhaltspunkte für eine nicht angemeldete Beschäftigung. Ob es sich um Schwarzarbeit oder weitere arbeitsrechtliche Verstöße handelt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Der Brandgeruch, der den Einsatz ursprünglich ausgelöst hatte, konnte inzwischen eindeutig auf das Verbrennen von Kleidung und Abfällen zurückgeführt werden. Warum die Materialien verbrannt wurden, bleibt unklar.
Räume beschlagnahmt – Behörden arbeiten eng zusammen
Die betroffenen Räume wurden vorläufig beschlagnahmt. Polizei, Bauaufsicht und weitere Behörden stimmen sich derzeit über das weitere Vorgehen ab.
Für die Öffentlichkeit bestand laut Polizei zu keinem Zeitpunkt Gefahr. Auch das im Gebäude untergebrachte Harburger Stadtmuseum „Planet Harburg“ blieb unbeschädigt und geöffnet.
Der Fall wirft dennoch Fragen zur Kontrolle städtischer Immobilien auf – insbesondere solcher, die teilweise leer stehen und in denen sich offenbar unbemerkt gewerbliche Strukturen entwickeln können.
Die Ermittlungen dauern an.


